Veganer Bluttest / Realtalk

Mein erster veganer Bluttest… Lange habe ich mich davor gesträubt. Kein Bock drauf gehabt, weil ich Spritzen hasse und mich eh gesund ernähre, oft draußen und in der Sonne bin und mich passabel bewege. Damit macht man sich’s aber zu einfach. Es war gut gewesen, dass mich ein lieber Mensch zum Bluttest (geduldig) überredet hat.

Wenn kein Referenzwert angegeben ist, einfach googlen. Oder hier auf dieser Seite in der Tabelle checken.

Gut. Eisenspeicherwert (Ferritin) ist im Minusbereich. Sicher nicht optimal, keine Frage und hier muss was gemacht werden. Der Eisenwert an sich ist jedoch im Referenzbereich. Eisenmangel ist einer der am meisten vorhandenen Ernährungsmängel der Menschheit, ergo kein rein veganes Problem. Absolut jede Ernährungsweise, gleich ob vegan, vegetarisch, fischbetont, omnivor, low carb, high carb, vegan junkfood, meat only und was es da noch für Varianten gibt hat (potentiell) kritische Nährstoffe. So auch vegan. Dennoch wundert mich der Mangel. Achte ich doch recht penibel drauf, dass z.B. Kakao / Schokolade nicht unmittelbar vor, nach oder während dem Essen eingenommen wird. Auf die Eisenräuber Kaffee und koffeinhaltige Getränke verzichte ich weitgehend und trinke nur Wasser.

Ebenfalls einen Mangel hatte ich Folsäure betreffend. Wenn ich mir anschaue, wo genau man Eisen und Folsäure findet ist klar: zukünftig mehr Grünzeug und Hülsenfrüchte essen. Salate habe ich die letzte Zeit doch arg vernachlässigt. Hülsenfrüchte generell sind eher nicht so mein Geschmack. Habe ich auch eher tendenziell vermieden. Muss und wird sich ändern. Aber daran kann man arbeiten. Alles eine Frage der Zubereitung. Und Gewöhnung.

Habe eine leichte SchildrüsenÜBERfunktion. Dass irgendwas mit der Schilddrüse im Argen liegt, ergo hormonelle Schwierigkeiten vorhanden sind, konnte ich mir schon denken. Habe dafür aber erstmal keine Lösung und werde erstmal abwarten. Auch ist der TSH-Wert kein 100% verlässlicher Wert. Fehlerquote ca. 30%. (Querverweis Jod…)

Mein Calcium-Wert ist slightly over the top. Das passt schon. 😉 Den mit Eiter zugemüllten Chemie-Cocktail Kuhmilch braucht kein Schwanz… Calciummangel als Veganer? Ernsthaft: nie hatte ich so feste Zähne wie im Jahr 2019. Drastisch spürbarer Unterschied. Als Omnivorer seit frühester Kindheit bis in die 20er hatte ich bei jedem (!) Zähneputzen Zahnfleischbluten. Ich kenne sowas seit Jahren nicht mehr.

(Offtopic: meine Haut war katastrophal. Nur am Kratzen, Jucken, ein Hautbild aus der Hölle. Nasenbluten aus heiterem Himmel: nicht selten. Auch sowas kenne ich nicht mehr. Ich kann nicht sagen, dass ich als Kind und Jugendlicher super schlecht ernährt wurde. Ganz und gar nicht. Bei mir gab es nie diese hässlichen ungetoasteten Weißbrottoast“brote“ mit fett Butter und Nutella belegt. Dafür fieses Pumpernickel mit… …naja Wurst / Käse, aber eben auch immer Gemüse wie Gurke, Kohlrabi oder Paprika dazu. Man wusste es damals eben nicht besser. Aber aus damaliger Sicht bzw. mit dem damaligen Wissen absolut okay. Best of both worlds sozusagen. Es wurde darauf geachtet, dass Junkfood nicht daily business ist. Zum Glück.)

Mein B12-Wert ist top-end. Beides Werte, die mit Sicherheit viele Omnivore nicht erreichen. Antiveganes Klischee schon mal debunked… Hier auch den Holo-TC- und Homocysteinwert als B12-Indikator checken!

Zurück zum Eisen: Tierprodukte enthalten verhältnismäßig viel Eisen. Aber nicht jenes mit schlechterer Bioverfügbarkeit aus Pflanzen, sondern das sog. Hämeisen, welches zwar besser vom menschlichen Körper aufgenommen wird, aber in Verdacht steht, Diabetes Typ I, KHK und andere schöne Krankheiten zu begünstigen. Abgesehen davon hat die vegane Ernährung generell mehr Benefits und Tierproduktkonsum, ergo westliche Standardschlechtkost bringt einfach „Probleme“ mit sich – wenn man es denn als Veganer richtig macht und aus Fehlern lernt bzw. optimiert.

Schädliches LDL-Cholesterin, tierische (Stress)hormone, massiv Krebs fördernde Stoffe wie IGF-1 im Chemiecocktail, Calciumräuber (!) und in Osteoporose auslösender (!) Kuhmilch usw. – darauf verzichtet man nämlich als Veganer gänzlich. Als Veganer Gicht oder Rheuma bekommen? Eher unwahrscheinlich. Sollte man auch mal erwähnen dürfen. Kurz gesagt: jede Ernährungsweise sollte nicht achtlos durchgeführt werden, wenn man denn gut leben und leistungsfähig sein und weiterhin auch bleiben möchte.

Mein LDL-Wert ist absolut top: 57mg/dl. Referenz sind Werte <160mg/dl! (Ich will mal jenen Omnivoren sehen, der einen ähnlich guten LDL-Wert hat. Die sind alle komplett mit Plaque in der Blutbahn vollgeknallt, ich sag’s dir.) Jedenfalls nochmal ein ganzes Level besser als der eh schon klasse Durchschnittswert bei Veganern von 89mg/dl!

Gleiches gilt für Zink: mein Wert liegt im absoluten Top-End-Bereich.

Jod ist bei mir noch innerhalb des Referenzbereichs, aber etwas knapp. Das liegt daran, dass ich verhältnismäßig wenig mit Salz Zugesetztes esse – nämlich so gut wie nur außerhalb beim Asiaten beispielsweise. Da dann aber recht häufig, da ich mindestens 1x die Woche zum Asiaten gehe. Also ins Restaurant, wo man beim Kochen zugucken kann – nicht mehr so wie früher bei fragwürdigen Vergiftungsbuden oder so. Selbst salze ich selten und wenn, dann nur moderat. Gerade Fertigprodukte sind Salzbomben: Brot, Gebäck, Pizzen, Konservendreckfraß. Auch achte ich z.B. bei passierten Tomaten und Tomatenmark etc. drauf, dass kein unnötiges Salz zugesetzt wurde. Die ganze Sache hat jedoch einen Haken: Deutschland ist Jodmangelgebiet. Man hat also die Wahl, sofern man denn eher auf Konservendreckfraß und hochverarbeitete „Lebensmittel“-Abfälle setzt, dass zwar krass gesalzt wird, ergo oft (nicht immer) Jodsalz zugesetzt ist – es wird nicht deklariert, ob „normales“ Salz oder Jodsalz verwendet wird – oder eben man seinen Körper nicht mit Tonnen an Salz zumüllt, jedoch folglich weniger Jod erhält. Hier muss ich was ändern: öfter mal Jodsalz (mit Algen – nicht Billig-Jodsalz) kochen oder auch mal moderat mit Algen kochen.

Selen liegt auch im Referenzbereich. Ist btw. gar nicht so trivial. Paranüsse sind übrigens (derzeit) nicht die Lösung, da je nach Herkunft entweder bereits eine einzige Paranuss das Selen-Tageslimit überschreitet oder mehrere Nüsse die Tagesreferenz erreichen. Der Grat zwischen zu wenig, genau richtig und zu viel ist bei Selen sehr klein. Eine Selen-Überversorgung soll gesundheitlich nämlich recht unsexy sein. Eine generelle Lösung habe ich bis dato noch nicht gefunden. Anyway, bei mir im Referenzbereich. Offtopic: empfehlenswert sind die Videos von Niko Rittenau. Er geht wissenschaftlich sachlich und sauber zu den gängigsten (Detail)fragen vegane Ernährung betreffend ein. Sehr guter Mann. Checkt seine Videos.

Magnesium: bin ich im Referenzbereich.

Ultra-High-Carb kann man machen. Dann muss man sich aus meiner Sicht aber höllisch auskennen (und dolle im Alltag bewegen, ergo Sportler sein) und ggf. damit rechnen, dass z.B. Libido in den Keller gehen *kann*. Bei mir hat sich hormonellbedingt nämlich einiges eher zum Nachteil entwickelt, weshalb ich derzeit die Fette (die Gesunden!) nach oben schraube. Carbs sind nach wie vor cool und der Mastersprit des menschlichen Körpers und Brainfood, keine Frage, aber Fettphobie ist auch keine Lösung. Omega 3:6-Verhältnis: müssen wir nicht drüber reden – ist recht easy ein gesundes (1:1 bis max. 1:5) Verhältnis zu erreichen. Iss täglich deine Walnüsse (aber nicht die Ranzigen von Kaufland – Nuss-Schimmelpilze Aflatoxine sind schädlich wie Hölle) oder schrote deine 1, 2 EL Leinsamen frisch ins Oatmeal und zack: safe. Übertreibe es nicht mit Omega-6-lastigen Lebensmitteln, fahre generell Öle auf ein absolutes Minimum runter, totales No-Go für super ungesundes Sonnenblumenöl und zack: safe. Wenn du frittierst: nicht auf täglicher Basis und wenn, dann sparsam mit Premium-Kokosöl (Dr. Goerg) in der Heißluftfritteuse. Dann bleibt vom eh schon sehr wenig verwendeten Kokosöl das Meiste am Fritteusenboden haften. Omega-3-Lastiges generell möglichst nicht erhitzen.

Supplementiere 4.000-5.000 IU Vitamin D3 ab Ende Sommer bis Ende Frühling und du guckst in dunklen Tagen nicht ganz so mies aus der Wäsche. Ich supplementiere täglich 8.000-10.000 IU. Wir werden Ende Januar beim nächsten Bluttest sehen, wie alright mein D3-Spiegel ist. Derzeit fühle ich mich top. Derzeit keine Winterdepression. Nix Erkältung.

Ansonsten kann ich sagen, dass ich noch nie so fit war wie im Jahr 2019. Und davor die Jahre war es schon gut. Ich bin jetzt 32. In den 20ern war ich nicht so fit wie jetzt. 6h Cello spielen am Stück: no problem. 35km Strandspaziergang? Kein Drama. Bei Spaziergängen drehe ich immer erst dann um, wenn ich nicht mehr kann.

Schwachstelle: Kraftsport. Ist eher nicht so mein Ding. Aber muss ich vielleicht wirklich mal in Angriff nehmen, verdammte Scheißaxt… Auch um den Rücken auf Vordermann zu bringen. Als Cellist hast du von allen Streichern immer noch die beste und am wenigsten schädlichste Haltung, aber du willst ja im hohen Alter auch noch Cello spielen, also musst du was machen. Und Progress geht hier leider nur mit Kraftsport. Ist einfach so. Verdammt… Ich und meine langen Affenarme… 😀 Bei 8 Klimmzügen ist Feierabend.

Bisschen oder bisschen viel Sport machen oder Spazierengehen, oft in die Natur gehen, produktiv sein und dann passt das schon. Kurkuma, in Maßen Cassia-Zimt, gute Portionen Ceylon-Zimt, Ingwer, viele Beeren, nicht mit Knoblauch und roten Zwiebeln sparen, viel roh essen, frisch-gepresste Säfte trinken, Ingwershots konsumieren, Smoothies herstellen – dann kommt die Power von ganz allein. Überhaupt so gut es geht auf bio setzen. Überhaupt sich mit Nahrung beschäftigen. Es ist einfach mal so: du bist, was du isst. Isst du Scheiße, geht’s dir scheiße. Sich damit befassen, was gespritzt ist und was roundabout wieviel Nährstoffe hat, welche Antagonismen es zwischen welchen Nährstoffen / Lebensmitteln gibt usw. Zum Beispiel Eisen vs. Zink. Auch mal Selbsterfahrung machen, ggf. bei Sackgassen was umstellen, sich belesen, Youtube-University besuchen, common sense und Kopf einschalten. Mit anderen Veganern erzählen. Wenn die absolute Basis stimmt, kann man sich auch mal Schrott wie veganes Eis, frittierten Müll wie vegane Burger usw. gönnen. Kein Ding.

PS: Vitamin D, Testosteron und Silizium habe ich vergessen checken zu lassen, obwohl diese drei Werte erheblich relevant sind. Wird also Ende Januar nochmal Blut abgenommen. Verdammte Vampire…

Das Checken der Blutwerte war btw. nicht gerade günstig. Der Arzt checkt nur das wirklich Nötigste, kennt teilweise die gewünschten Werte (wie z.B. Holo-TC usw.) nicht. Es ist ratsam mit einer Liste an gewünschten Werten zum Arzt zu gehen und exakt diese auch checken zu lassen. Bei mir wurden gleich sechs Ampullen abgezapft und an zwei Labore versendet. Habe zwei Rechnungen erhalten: 188,86€. Der Selen-Check hat einfach mal heftige 57€ gekostet. Das ist schon extrem. Naja…

Trotzdem werde ab jetzt 1x im Jahr einen solchen Bluttest machen lassen. Mankos sind dann gleich ersichtlich und man kann dran arbeiten, diese zu beheben. Ist sicher nicht geschenkt, aber die Gesundheit sollte einem das wert sein.

Folgende Werte würde ich wenigstens 1x im Jahr (idealerweise im Winter, nämlich dann, wenn Vitamin D3 im Keller ist, ergo die Sonne so niedrig scheint, dass D3 nicht gebildet werden kann – also idealerweise gegen Februar / März) checken lassen:

Großes Blutbild
Kleines Blutbild
TSH basal / Schilddrüse
fT3 / Schilddrüse
fT4 / Schilddrüse
25-OH-Vitamin D (aktive Form des Vitamin D)
Silizium
Testosteron
Harnsäure
Harnstoff
Vitamin B12
HDL-Cholesterin
LDL-Cholesterin
Gesamtcholesterin
Holotranscobalamin (Holo-TC)
Homocystein
MMA (Methylmalonsäure)
Gesamteiweiß
Kreatinin
Triglyzeride
Natrium
Kalium
Calcium
Hämaglobin
Thrombozyten
Eisen
Ferritin
Transferrin
Zink
Selen
Jod
Magnesium
Folsäure (auch Folat bzw. Vitamin B9 genannt)
GOT
GGT
GPT
HbA1c-Wert
Lipoprotein a
HS-Omega-3 Index
Vitamin B2 (Riboflavin)

Von „Online-Blutchecks“ wie CeraScreen würde ich persönlich eher abraten. ARD Marktcheck hatte solche Anbieter mal in einem ihrer Beiträge erwähnt und herausgefunden, wie teils unsicher bzw. schwankend die Ergebnisse seien… Recht unseriös aus meiner Sicht. Finde leider den Link zur Sendung nicht. Den Bluttest würde ich dann doch lieber von einem Profi beim Hausarzt übernehmen lassen.

PS: ich supplementiere ausschließlich Vitamin B12 und D3. Aus meiner Sicht sollte das jeder machen – egal ob man vegan is(s)t oder nicht. Bis dato habe ich immer ein B12-Präparat von Jarrow verwendet. Hat auch bis dato top funktioniert. Siehe B12-Werte oben. Ein B12-Mangel kann irreversible Schäden im Nervensystem hinterlassen. (!)
Da bei mir ein Vitamin-B9-, ergo Folsäure-Mangel vorlag, switche ich jetzt zu einem anderem Präparat: https://www.dm.de/nature-love-vitamin-b12-1000-mcg-tabeletten-180-st-p4260488130163.html

Mein Vitamin-D3-Supplement von Plantrition: https://www.plantrition.de/produkte/vitamin-d3/5/vitamin-d3-tropfen-vegan?c=11
Die sog. EDEKA-Vitamine, also Vitamin A, D, E und K sind fettlöslich. Vitamin D3 sollte also idealerweise mit einer Fettquelle aufgenommen werden. Der Antagonist von Vitamin D ist übrigens Vitamin E. Das Supplementieren ist also witzlos, wenn man unmittelbar zuvor, direkt oder im Anschluss Vitamin-E-reiche Lebensmittel wie Walnüsse oder Süßkartoffeln isst.

PS: Kalt duschen. (!) DER Fitness-Kick schlechthin. Do it! 🙂

Diabetes Typ II reversieren

Persönlich halte ich diese Sendung für teils sehr stark „ideologisch betrügerisch“. Die Kohlehydrate werden aus meiner Sicht zu krass unter Generalverdacht gestellt – es wird viel zu wenig differenziert. Was vor allem dem Zeitgeist, ergo der irren Low Carb-Ideologie geschuldet und offensichtlich ein Grunddogma bei den Öffentlich-Rechtlichen ist.

Was dennoch positiv auffällt: aufgezeigt wird, dass sehr wohl durch eigene Verhaltensänderung durchaus viel und teils fundamental die Gesundheit verbessert wird, gewisse Krankheitsbilder abgeschwächt oder gar reversiert werden. Auch wenn aus meiner Sicht fälschlicherweise keine explizit vegane Ernährung promotet wird: der Fokus liegt einfach auf möglichst unverarbeitet und pflanzliche Zutaten.

Sparen beim Schlafen?…

…würde ich nicht machen. Leistung gibt’s nur mit genügend Chill Out. Ist einfach so. Jahrelang wurde mir eingeredet, dass ich mich schämen müsste, länger zu schlafen. Über die Jahre wurde klar: lächerlich. Wer Frühaufsteher ist: bitte sehr. Jeder Mensch tickt anders. Soll jeder so handhaben, wie er / sie mag. Bei mir geht’s erst zwischen 10 und 12 Uhr los. Funktioniert auch. Sehr gut sogar. Alles nach hinten geshiftet. In die Koje geht es zwischen 2 und 3. Daily Business.

8h Schlaf Minimum. Finde ich. Als Veganer gehen auch mal (kurze) phasenweise 4-6h ganz gut – ohne nennenswerte Leistungseinbußen.

Schwalbe Airless System & XFreeTire

Fahre ich seit September 2018. Der Knaller. Platten? Kenne ich nicht mehr. 70km unterwegs in der Pampa bei praller Hitze oder im Winter bei Schnee oder im Regen und ohne Werkzeug und Backup-Reifen/-Schlauch unterwegs und auf einmal macht es Peng? Nicht mehr. Ruhiges Fahren ohne Stress im Hinterkopf. Absolut genial. Schwöre drauf. Vorher fuhr ich u.a. Schwalbe Marathon Plus, die sog. „Unplattbaren“ – für mich keine Lösung.

Waren 220€ all-in (Reifen + Montage) bei Rad Mitte in Magdeburg.

Großartig, super, genial. Schlauch aufpumpen war nie meins. Du willst Radfahren, nicht ständig jede Woche dir Gedanken machen, dass was gemacht werden muss am Rad. Sorgenfrei Radfahren. Wartungsarm. So soll es sein. Herrlich!

Nachteil: derzeit – hoffe, dass sich das noch ändert – gibt es diese luftlosen Reifen von Schwalbe leider nur als 28″-Variante. Alternativ für mein Lastenrad fand ich einen anderen Anbieter: XFreeTire:

Gut, dogmatische Oldschool-Fahrradpuristen bleiben wahrscheinlich bei nervigen Luftschläuchen. Für mich jedoch gibt’s kein Zurück in die grauslige Vergangenheit mit Platten und Pumpen. Habe einmal ein Fahrradschlauch (oder war es ein Reifen?!) in der Straßenbahn knallen hören. Dachte, es war ein Terroranschlag. Was war das laut. Dachte, mir platzen die Ohren weg. Gottes Willen…

Feeling Schwalbe Airless System: wie 3,5bar

Feeling XFreeTire: wie 5-6bar bzw. 7-8bar

Nie wieder ’n Platten.

Mein Rad hat bereits Carbon Drive / Zahnriemen. Kann es nur empfehlen. Du denkst, das Fahrrad fährt von alleine. Das allein ist schon der Knaller: nie wieder eine gerissene oder abgenuddelte Kette. Kein Kettenrasseln. Keine ölverschmierte und eingerissene Hose mehr. Keine ölverschmierten Hände. Keine lebensgefährliche Verharkungen in der Kette inkl. Überschläge. Kein Lärm – komplette Ruhe in beim Radfahren in der Natur. Nie wieder ewiges Aufsuchen von Radläden. Langfristig Asche und Nerven sparen. Zumindest für die nächsten 10.000-20.000km. Das ist doch was.

Besonders geil aber sind die Vollgummi-ähnlichen Reifen von Schwalbe: Airless System. Echt, du merkst da nur homöopathisch einen Unterschied: nämlich gar nicht. Auch wenn viele Puristen wieder zwecks Rollwiderstand und fixen Reifendruck unken: es gibt nichts Besseres als einen freien Kopf beim Radfahren in der Pampa. Du willst nach 70km im Dschungel einfach keinen Platten haben. Schon gar nicht, wenn es regnet oder schweinekalt ist. Und sparst dir dann auch noch das Gewicht der Tools, Ersatzreifen- und Schlauch etc. Du willst Radfahren, nicht Werkstatt spielen.

2019. Längst überfällig. Schwalbe Airless System / Tannus / XFreeT. Klasse… Luftreifen und Fahrradketten sind einfach uralter Schrott. Warum auch soll man neue Technik nicht nutzen? Nicht alles Neue ist schlecht.

  • Wie beim Musikmachen: du willst Musik machen anstatt dich ausschließlich um die Technik der Technik wegen zu kümmern. 24h Manuals lesen? Na schönen Dank auch!
  • Du willst die digitale Patchbay mit analogem Signalflow, Presets switchen und Total Recall. Nicht ewig stöpseln, affiges Hipster-Vintage-Usage fahren aus angeblichen Coolnes-Gründen und als „20er-Jahre-Telefonmädel“ ständig den Workflow interruptet bekommen. Du willst einfach nur aufnehmen.
  • Oder Android / Linux: das funktioniert einfach nicht korrekt, ist mies designt. Begeistert nutzen das nur Freaks, die nicht zu Potte kommen können oder wollen, die gerne *am* Betriebssystem basteln, scheußliches Design und miese GUI lieben. Menschen, die Kompliziertheit als Elixier benötigen. Augenkrebs inklusive. Du kannst sagen, was du willst: iOS-Geräte funktionieren einfach. Zügig sowieso. Abgespeckt, behindertengerecht hin oder her. Eben aufs Wesentliche reduziert.
  • Oder Reiskochen ohne (digitalen) Reiskocher: kann man machen, wenn man seine Zeit verplempern will. Wird dann pappig, brennt an.
    * Oder das Cello aus Holz spielen und ständig zum Geigenbauer rennen oder Angst um sein Instrument haben, weil es umfallen könnte oder sich der Lack löst. Carbon-Instrumente sind einfach super. Auch wenn Traditionalisten ein paar hundert Jahre stecken geblieben sind und im Orchester en vogue bleiben wollen
  • Oder mit 35 noch in politischen Kaspervereinen / Parteien seine wertvolle Lebenszeit komplett unnütz und ohne Erfolge zerkloppen, sich Krebs / Stress in rauen Mengen schenken, damit der Große Vorsitzende sich ein schönes Leben aus deinen Mitgliedsbeiträgen machen kann.
  • Musik via Schallplatten hören für Entschleunigung – hier macht Vintage Spaß. Nachvollziehbar. Spotify ist ganz große Grütze. Vor allem für den Musiker. Der geht leer aus.

    Kann man alles machen. Muss man aber nicht.